Olympia-Silber für Kira und Emma

Kira und Emma veredeln eine unerwartete Aufstellung im Olympischen Teamwettbewerb der Frauen. Damit krönt Kira Weidle-Winkelmann auf der Tofana in Cortina nach WM Silber 2021 an gleicher Stelle ihre Karriere mit einer Medaille bei Olympischen Spielen.

Der Aufstellungspoker

Emmas sensationelle Silbermedaille in der Abfahrt schien die Tür aufzumachen für Lena Dürr als Slalomfahrerin im Team Deutschland 1, Kira und die eigens mitgenommene Jessy Hilzinger würden dann Team 2 des DSV bilden. War die wahrscheinliche Option, aber es gab noch Plan B mit Kira in der Abfahrt und Emma, die Vielseitige in den Slalom zu switchen.

Die Trainer entschieden sich für Variante zwei, mit einer verlässlichen Kira in der Abfahrt und einer Emma im Slalom, die das fährt, was man ihr hinsetzt – und das meistens extrem cool. Und: Die beiden verstehen sich bestens mit Kira in der Rolle der großen Schwester, die dem Nesthäkchen alles gönnt und sich ehrlich mit ihr freut.

Dem Dreamteam war alles zuzutrauen, auch, dass es sich so cool ausgehen würde. Und da legte Kira die Spur mit Halbzeitplatz 6, einer deutlichen Steigerung gegenüber der Spezialabfahrt mit Tuchfühlung von drei Zehntel auf die Medaillenränge. Den Rest erledigte die sensationell unaufgeregte Emma Aicher mit Bestzeit im Slalom. Auf Gold fehlten 5 Hundertstel, so what? Kira hat nun WM- und Olympia-Silber als Belohnung einer unerwartet erfolgreichen Saison im Weltcup.

Drei Podestplätze bislang in Val d´Isere, Tarvisio und Crans Montana nach fast drei Jahren ohne Podestplatz im Weltcup, nun auch noch Silber im Team – das ist schon ein beeindruckendes Comeback. Daran hat Kira immer geglaubt und es allen gezeigt!

Die Belohnung

Von der Skipiste direkt ans Mittelmeer! Emma und Kira tauschen nach Olympia die Skistiefel gegen Sandalen und gönnen sich eine gemeinsame Auszeit in Barcelona. Die 22-jährige Aicher und ihre neun Jahre ältere Teamkollegin lassen es sich in der katalanischen Metropole richtig gut gehen. Tapas statt Trainingsplan, Sagrada Familia statt Slalomstangen: Emma postet begeistert Schnappschüsse vom Meer und Barcelonas ikonischer Skyline. Mit Kira an ihrer Seite erkundet sie die kulinarischen Hotspots der Stadt und stürzt sich ins mediterrane Lebensgefühl, ehe es nach diesem kurzfristig eingeschobenen Zwischenstopp weiter geht mit dem Skiweltcup in Andorra.

Die Kristallkugel in der Abfahrt

Vor dem Finish im Weltcup liegt Lindsay Vonn mit 400 Punkten auf Platz eins der Abfahrtswertung dieser Saison und kann nicht mehr punkten. Danach kommt Emma mit 256 Punkten auf Platz zwei, Kira folgt auf Rang drei mit 232 Zählern. Ein Rückstand, der in den vier verbliebenen Abfahrten bei den Weltcups in Soldeu, Val di Fassa und Lillehammer mit 400 noch zu vergebenen Punkten durchaus aufgeholt werden kann. So der Stand unmittelbar nach Olympia, jetzt haben in den andorranischen Alpen die beiden Deutschen aufgeholt. Vor allem Emma mit Platz 4 und 50 WC Punkten, aber auch Kira hat deren 26 für Platz 11 eingeheimst. Es wird also immer spannender.

Wer wird gefährlich?

Emma und Kira sind im Kampf um Platz eins in der Pole Position befinden und dürfen von der ersten deutschen Kristallkugel in der Abfahrt seit Maria Höfl-Riesch in der Saison 2013/14 träumen. In Lauerstellung: Laura Pirovano, Nicole Delago, Sofia Goggia, Conny Hütter oder Breezy Johnson und vielleicht auch noch Corine Suter. Emma Aichers Kommentar übrigens zu den Rechenspielchen um die Kristallkugel in der Abfahrt: „Darüber werde ich nicht nachdenken“.

AM