„Heuer mit noch keinem Rennen zufrieden“

Speed-Hoffnung Antonia Weiß hat hohe Ansprüche an sich selbst und will endlich zwei gute Läufe ins Ziel bringen.

Erstes FIS-Rennen, erster Einsatz im Europacup oder im Weltcup, Rennen, die man nicht vergisst. Kira Weidle nannte 2018 ihr Maskottchen „Zauchi“, als sie in Altenmarkt-Zauchensee mit Start. Nr. 50 ihre erste Weltcup-Abfahrt bestritt. Siegerin damals Lindsay Vonn, so wie in diesem Winter, bei Kiras und Zauchis 10-jährigem Weltcup-Jubiläum.

Debut im Europacup

Eine Nachfolgerin auf diesem Niveau hat Kira im Verein bislang noch nicht gefunden, aber das könnte sich bald ändern: Antonia „Toni“ Weiß, seit dieser Saison im DSV/BSV NK3 Kader, durfte im Südtiroler Sarntal ihr Europacup Debut feiern. Fast schon standesgemäß im Super G, ihrer zusammen mit der Abfahrt liebsten Disziplin. „Wenn du mit Start Nr. 82 ins Rennen zu gehst, gibt`s auch nix zu verlieren“, beschreibt Toni ihre Gefühle am Start. Mut machte ihr Fabiana Dorigo von den Skilöwen des TSV 1860: „Sie war total lieb und nahm mich unter ihre Fittiche. Die Piste war mit meiner hohen Nummer noch immer sensationell und so war das Mindset für mich wie immer“. Die weltcuperfahrene SVM-Kollegin startete in beiden Rennen gleich zu Beginn, landete auf den Plätzen 4 und 7, Toni auf 63 und 38, durchaus beachtlich für ihre ersten EC-Rennen. Sie sieht das nur teilweise so. „Im zweiten Rennen, wo ich eine bessere Start Nr. hatte, weil viele Mädels schon nach Cortina angereist waren, hätte mehr gehen müssen“.

Schulwechsel für die Skikarriere

Schon in der Vorbereitung auf die Saison war Thomas Siegl, der B-Kader Trainer, auf Toni aufmerksam geworden und hatte sie zu einem Speed Camp aufs Stilfser Joch mitgenommen. Dass sie sich im Speed wohl fühlt, hatte im letzten Jahr schon ihr SVM-Schülertrainer Florian Müller gesehen, ein Stockerplatz in der U16 im Super G auf der Kandahar in Garmisch kam nicht überraschend. Für die weitere Karriere wechselte Toni vom Gymnasium St.Ottilien ins CJD nach Berchtesgaden, geht dort in die 12. Klasse. Daheim in Grafrath ist sie damit fast nicht mehr, aber sie hat sich schnell eingelebt in der neuen Umgebung. „Viele Freunde gefunden, verständnisvolle Lehrer, extra Videokonferenzen nach Rennen für mich, aktuell drei Klausuren, die ich nachschreiben darf, Zwischenzeugnis im März, ich sehe viel Verständnis meiner Lehrer für uns Sportler“, schwärmt Toni geradezu. Und Heimweh hat sie auch nicht, wobei ihr ab und zu ein paar Tage zuhause, weg vom Skizirkus, schon gut tun.

Blick nach vorne

Je länger die Saison, desto mehr rücken die Punkte in den Vordergrund. „Sich zu sehr auf Punkte versteifen, ist nicht gut“, weiß Toni, aber die Frage „In welchem Team lande ich nächstes Jahr?“ wird viel über Trainerentscheid, aber auch über die FIS Punkte entschieden. Da passt es bei ihr in der Abfahrt, vor allem im RS ist aber noch Luft nach oben. „Ich kann so viel mehr als das, was ich bisher gezeigt habe“, sagt Toni und hofft auf die noch ausstehenden Rennen. Ihr Trainer Klaus Brandner, früher selbst Weltcupfahrer in AF und SG, glaubt an sie, wie auch Thomas Siegl.

Showdown in der Axamer Lizum

Ende März steht noch ein „Heimspiel“ für Antonia Weiß an: Die IDM in der Axamer Lizum, wo sie im letzten Jahr in AF und SG zweimal auf dem Podest in der U18-Wertung stand. Am 25./26. März heißt es also Daumendrücken für Kira Weidle-Winkelmann und Antonia Weiß, der ehrgeizigen Nummer 2 im Verein. Als Ausrichter dieser Internationalen Deutschen Meisterschaften ist der SC Starnberg also mittendrin im spannenden Speed-Showdown dieser Saison.

AM